Favela Rocinah

Favela bedeutet wörtlich übersetzt Slum. Die Favela Rocinah ist ein Stadtviertel im Süden von Rio, das sich aus solch einem Slum entwickelt hat, mittlerweile über richtige Wohnhäuser und legale Besitzverhältnisse verfügt, aber weiterhin von der sozialen Unterschicht bewohnt wird. Mit ca. 200 000 Bewohnern ist Rocinah die größte von mehreren Favelas in Rio.

Um dem schlechten Image des Viertels entgegenzutreten und mit einem Teil des Erlöses die Gemeinde und die Bildung dort zu unterstützen, werden hier regelmäßig, täglich, von Einheimischen geführte, sichere Touren durch die Favela durchgeführt.

Favelas werden von Gangs und Drogenbossen kontrolliert. Die nördlichen Favelas von Rio sind gefährlich, weil es dort rivalisierende Gruppen gibt, während es in der südlichen Rocinah nur eine Gang mit ihren Bossen gibt, die hier für Recht und Ordnung sorgen.

Mit einem Minivan ist unsere 11-köpfige Gruppe zum Startpunkt am Berg gefahren.

Seit der Fußball WM 2014 gibt es im oberen Teil auch mehrere Polzeistationen mit 500 Polizisten. Die Zusammenarbeit funktioniert in gewisser hinsicht gut. Da der Drogenhandel hier floriert und im mittleren und unteren Teil der Favela durch die Polizei nicht gestört werden soll, sorgen die Drogenbosse mit drakonischen Strafen, vor allem für  Diebstahlsdelikte an Touristen, hier für Sicherheit.

Die organisierten Diebstähle finden daher in den „sicheren“ Stadtvierteln und Touristenhochburgen statt.

Der Wohlstand in Rocinah findet von unten, mit den teureren Häusern, Wohnungen und  Baugebieten, nach oben statt.

Ausblick von einem Wohnhaus im oberen Teil der Favela
Mitte, links: Zentraler Müllplatz, der 3x täglich geräumt wird. Bei Starkregen wird der Müll nach unten durch die Straßen geschwemmt.
Gasse in Rocinah
Auf Internetempfang will auch hier niemand verzichten.
Fußballer der Nationalmannschaft, in dem Jahr, in dem Brasilien gewonnen hat.
rechts: Eine von fünf Schulen in der Favela. Der Unterricht ist freiwillig und es gibt nicht genug Lehrer, die täglich nach Rocinah kommen. Weil es Essen gibt und die Kinder hier auch Fußball spielen können, ist der Andrang allerdings groß.
Kunstatelier, in das Kinder einmal wöchentlich zum Malen kommen können.
Erste Kirche in Rocinah
Das letzte Abendmahl mit Pizza und einem schwarzen Jesus
Straße in Rocinah
In dieser Straße am Fuße von Rocinah wohnt unser Guide Bruno und scheint sichtlich stolz darauf zu sein.
Es ist viel los auf den Straßen der Favela
Favela Bewohner und Guide Bruno
alle wieder sicher unten angekommen 😊

Die Tour war sehr aufschlussreich und hat einen authentischen Einblick in das Leben der Einheimischen, jenseits von Strand und Tourismus, gegeben.

Wir durften auch überall fotografieren und niemand hat deswegen doof geguckt. Lediglich in den Ecken des Drogenhandels war fotografieren verboten. Wir waren willkommene Gäste in Rocinah und es war alles völlig sicher und entspannt.

3 Kommentare

  1. Avatar von Manuela Humbach Manuela Humbach sagt:

    meine Güte, wie komfortabel wohne ich dagegen. Unvorstellbar für uns. Aber ihr hattet sichtlich Spaß! 😄

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  2. Hallo, über welchen Veranstalter hast Du die Favela Tour gebucht. Ich bin Ende März in Rio. Dein Blog ist übrigens sehr informativ. Dankeschön. GLG Martina

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    1. Hallo Martina, das freut mich, wenn Leute noch immer in meinem Blog stöbern. Die Favela Tour habe ich über die GetYourGuide App gebucht. Wünsche Dir auch eine ganz tolle Zeit in Brasilien. Herzliche Grüße, Claudia

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