Hitchhike

Gestern fand mit acht Freunden der monatliche Arbeitstag in der Retreatstelle in Glentui statt. Mit der Elektrosense und Schaufeln haben die Männer durch das ein Meter hohe Gras einen neuen Weg von der Gompa zum Container gebahnt, der bei Kursen gleichzeitig als Geräteschuppen und Küche dient, sowie draußen als überdachtes Café. Ich habe mich beim Fensterputzen und Unkrautjäten beteiligt. Zu fotografieren hatte ich ganz vergessen, daher nur zwei alte Bilder um eine Vorstellung von dem riesigen Gelände zu bekommen. 

links Container;  oben bzw unten… Gompa
Fenster rund um die ganze Gompa…

Heute Morgen bin ich mit dem TranzAlpine an die 250 Kilometer entfernte Westküste nach Greymouth gefahren. Die Strecke wird als eine der schönsten der Welt angepriesen und hat entsprechend ihren Preis – 130 Euro einfach.

Weil es aufgrund der Infrastruktur in Neuseeland schwierig ist eine klassische Rundreise zu planen und ich für mich bereits entschieden habe in Christchurch zu bleiben, musste ich auch irgendwie wieder zurück kommen.

Da der günstige Intercitybus auf dieser Strecke nicht fährt und ich für die Rückfahrt nicht noch einmal den gleichen Preis bezahlen wollte, hätte ich die Fahrt beinahe gecancelt. ❌️

Weil mir aber früher schon Jakub aus dem buddhistischen Zentrum und später eine Travellerin in einem Hostel das Trampen vorgeschlagen haben und das in Neuseeland anscheinend keine ungewöhnliche Form des Reisens ist, dachte ich, dass ich das vielleicht auch einmal ausprobieren sollte. 😃 – In Deutschland würde ich das niemals machen! 🙈

Also habe ich mir diese wunderbare Panoramazugfahrt gegönnt und habe 5 Stunden lang eine einzigartige Landschaft voller Schluchten, Flüssen, Weiten, Hügel, Wälder, Seen und Berge genossen. Ein wahres Eldorado für alle Naturliebhaber.

TranzAlpine Zug
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kristallklares Wasser in allen Flüssen und Bächen
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Kühe und Schafe überall 😍

Nach meiner Ankunft in Greymouth um 13 Uhr, musste ich feststellen, dass die Stadt aufgrund des Feiertags (Ostermontag), außer am Bahnhof, wie ausgestorben und ich auch nicht sonderlich an einer Erkundung interessiert war. Daher habe ich mich mehr oder weniger gleich wieder auf den Rückweg gemacht, zumal ich ja auch nicht wusste wie lange ich auf eine Mitfahrgelegenheit warten müsste und ob mich überhaupt jemand mitnimmt.

Totenstille in Greymouth

Da ich zwar sicherheitshalber mein Nachthemd und meinen Kulturbeutel mitgenommen habe, aber eigentlich keine Lust auf eine Übernachtung in einem Hostel, habe ich nur kurz beim großen „M“ was gegessen und mich dann mit ausgestrecktem Daumen an den „State Highway 73“ gestellt, der nach Christchurch führt. 👍 – Es war irgendwie ein seltsames Gefühl. Nach 5 Minuten, als keiner anhielt, dachte ich mir irgendwo ein Schild mit der Aufschrift „CHRISTCHURCH“ basteln zu müssen und wollte wieder Richtung großes „M“ laufen, als mir plötzlich jemand nachrief, wohin ich wolle. Es war ein junger Chinese, der auch nach Christchurch fuhr und mich dann mitgenommen hat.

Henry, mein Anhalter und ich am Ende der Fahrt von Greymouth nach Christchurch

Die Fahrt war total entspannt, wir haben uns auf der 3-stündigen Fahrt ganz nett unterhalten oder einfach geschwiegen. Einmal hat er sogar extra angehalten, um mir einen besonderen Aussichtspunkt zu zeigen.

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Die Fahrt per Anhalter war mindestens genauso toll, wie die mit dem Zug. Er hat mich sogar bis vor die Haustür gefahren und wollte keinen Cent dafür.

So ein toller Tag, juhuu! ☀️✨️🌈

1 Kommentar

  1. Avatar von Manuela Manuela sagt:

    hallo Claudia, wie schön, dass du dich wohl fühlst im Zentrum. Die Buddhis da sehen auch sehr sympathisch aus. Deine Bilder über deine Reise mit dem Zug und zurück sind wieder sooo toll. Als junge Frau war es für uns auch ganz normal hier zu trampen. Heute sieht man kaum Leute an der Straße stehen. Genieße weiterhin deine Zeit auf der anderen Seite der Welt. Ich freue mich auf deine weiteren Berichte. 😘Manuela

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