Nach Amantani ging es noch auf die Insel Taquile, die ebenfalls von Indigenen bewohnt wird, aber ganz andere Traditionen pflegt.
Die Bewohner heiraten untereinander, müssen dann aber die Tradition derjenigen Insel übernehmen auf der sie leben.
Insel Taquila im TiticacaseeHauptplatz von Taquila eine Gasse Hier stricken die alten MännerDie Männer tragen verschiedene Trachten, die ihren Familienstand anzeigen; der weiße Tei der Mütze signalisiert „noch zu haben“.rot-bunte Mütze = verheiratet; hier wird gerade aus einer Pflanze natürliches Shampoo gewonnenBlick von weit oben über TaquileAuf dem Weg nach unten zum See
Der Titicacasee liegt auf einer Höhe von 3812m und ist das höchstgelegene schiffbare Gewässer der Welt. Er liegt zudem auf der Grenze zwischen Peru und Bolivien. Nach Bolivien fahre ich morgen mit dem Bus.
Zuvor wollte ich aber noch eine Nacht auf einer größeren, schwimmenden Insel, kurz vor Puno, verbringen. Den Anstoß hierzu bekam ich von einem Reiseblog aufgrund einer Internetrecherche.
schwimmende InselAnlegestelle vor der Insel
Weg von der Anlegestelle zu meinem Bungalow…Hier kann man gut die Wurzelblöcke mit dem sich darauf befindlichen Schilfgras erkennen. Sonnenuntergang…
Auch wenn es irgendwie cool ist, einmal auf solch einer „modernen“ schwimmenden Insel, die sogar über fließendes Wasser und Duschen verfügt, einmal zu übernachten, tut es der Gesundheit des Titicacasees wohl weniger gut. Die ganzen Abwässer werden höchstwahrscheinlich direkt dort hinein geleitet.
Nachdem wir die Uros besucht hatten, sind wir mit unserem „Schnellboot“, das gefühlt eher die Geschwindigkeit eines Lastenkahns hatte, zu einer größeren, „normalen“ Insel namens Amantani getuckert.
Dort leben derzeit ca. 5000 Indigene in 10 Gemeinden. Wer dort übernachten möchte, so wie wir, kann dies nur in einer Familie tun. In einem Rotationsverfahren nehmen die einzelnen Familien der 10 Gemeinden täglich Besucher bei sich auf.
Nach unserer Ankunft, wurden wir an der Anlegestelle einer Familie zugewiesen, die dort bereits in ihrer traditionellen Kleidung auf uns wartete. Mit einem französischen und einem brasilianischen Pärchen, wurde ich der Familie von Faustina zugeteilt.
Auf Amantani gibt es keine Autos, weshalb wir erst einmal 15 Minuten die Insel aufwärts zu unserem Häuschen marschierten. Dort wartete bereits ein einfaches, vegetarisches Mittagessen auf uns. Alles Inselbewohner ernähren sich hier vegetarisch.
Nach einer kurzen Ruhepause, sind wir anschließend auf den Patcha Tata gestiegen, einen Berg, auf dem sich die Ruine eines Tempels aus der Inkazeit befindet. Dort befinden sich noch zwei Tore, eines in Richtung Sonnenaufgang, das andere Richtung Sonnenuntergang.
Nach dem Abstieg und dem Abendessen war ich bereits so platt, dass ich die Party, die extra für uns Besucher vorbereitet wurde sausen ließ. Diese fand in einer Veranstaltungshalle statt und für jeden wurde dazu noch ein traditionelles Kostüm bereitgehalten.
Die Inselbewohner tragen immer Tracht, sowohl die Männer als auch die Frauen.
Ankunft auf der Insel AmantaniDas Haus, in dem ich eine Nacht mit einer peruanischen Familie verbracht habe.
Innenansicht; es gibt hier kein fließend Wasser, nur einen großen Wassertank. Und keine Heizung, nur dicke Decken.gemeinsames EssenKücheTracht der Frauen auf Amantani, die sie immer tragen. Die älteren Frauen stricken auch während des Gehens, s. l. Frau. Die Mützen, Pullover, Schals und Handschuhe werden dann verkauft.Pacha TataTempeltor zum Sonnenuntergang……fast wieder unten
Die Kinder werden hier einmal im Monat eine Woche lang beschult. Hierfür kommt extra ein Lehrer aus Puno hierher. Die restliche Zeit helfen die Kinder bei den Eltern mit die Insel zu bewirtschaften.
Das Leben auf der Insel ist sehr traditionell, einfach und hart. Obwohl die Leute alle sehr freundlich sind und es ein sehr interessanter Einblick war, hat mir eine Nacht hier allerdings völlig gereicht…
Der Abschied von Arequipa fiel nicht leicht. Hier gäbe es bestimmt noch einiges zu entdecken. Trotzdem war ich jetzt schon gespannt auf Puno und die schwimmenden Inseln der Uros im Titicacasee, auf der peruanischen Seite.
Um keine Zeìt zu verlieren, hatte ich gleich bei der Buchung meines Hostels in Puno angefragt, wie man am besten auf die Inseln kommt und eine geführte 2-Tages-Tour mit einer Übernachtung in Amantani, für den Folgetag gebucht.
Es war bereits 22 Uhr und dunkel, als ich in Puno ankam. Weil es 1000m höher liegt als Arequipa, bin ich aus gesundheitlichen Gründen gleich ins Bett gegangen…
Um 8 Uhr wurde ich dann am nächsten Tag im Hostel abgeholt und meine Inseltour begann.
Eine der 149 schwimmenden Inseln der Uros, auf denen heute noch insgesamt 2300 Indigene leben.Die Unterschicht der Insel besteht aus verknoteten Wurzelblöcken. Das Schilf wird lose darauf gelegt.Damit die Insel nicht wegschwimmt, wird sie an verschiedenen Punkten verankert. Zur Inkazeit dienten diese künstlichen Inseln der Verteidigung, weil sie leicht verlegt werden konnten.Auch die Hütten, in denen sich ebenfalls ein Schilfbett befindet…und die Boote, werden aus dem Schilf gebaut, das hier sehr weit verbreitet wächst, s. Bild, obenAlles aus Schilfgras!Die Uros hier leben vom Tourismus, indem sie ihre einzigartigen Inseln erklären und selbstgefertigte Souvenirs verkaufen.Auf einem selbstgebauten Schilfboot…… habe ich die Bekanntschaft mit der kleinen Joselita gemacht… 😄🥰
Anschließend ging es weiter auf die Insel Amantani, wo wir auch übernachtet haben.
Von den dicken Mauern des Klosters Santa Catalina, das wir vor wenigen Tagen bei der Stadtführung passiert haben, noch immer beeindruckt, wollte ich heute wissen, was sich dahinter verbirgt.
Für einen stolzen Eintrittspreis von umgerechnet 10 Euro, dafür vergleichsweise nur wenig Besucher, befand ich mich, nachdem ich das Ticket gelöst hatte, plötzlich in einer riesigen „Stadt in der Stadt“, einem Nonnenkloster, das 1579, weniger als 40 Jahre nach Ankunft der Spanier, gegründet wurde und jetzt einen authentischen Einblick in das Klosterleben von damals gibt. Die Frauen kamen aus unterschiedlichen sozialen Schichten, um als Klausurnonnen zu dienen.
Der Besuchsbereich mit Trenngitter ähnelt dem eines Gefängnisses. Ein direkter Kontakt sollte verhindert werden.Empfangszimmer für hochrangige Besucher, mit Blick auf ein geschnitztes „Letztes Abendmahl“ auf der gegenüberliegenden Raumseite Es gibt viele große Höfe…… und Gassen, die alle einen Namen haben.Anstatt kleinen Klosterzellen, hatte jede der 450 hier lebenden Nonnen ein kleines „Apartment“. Jedes hatte einen Schlafplatz, eine Küche, einen Essplatz und einen kleinen Innenhof. Keines glich dem anderen und hatte eine einfache bis gehobene Ausstattung. Gezahlt wurde das alles von der Mitgift der Angehörigen.WaschplatzGroße Küche mit Brunnen, wo auch gebacken wurde.Bad; es konnten zwei Nonnen mit Badekleidung und einem Vorhang in der Mitte gleichzeitig baden.KlosterkircheBeichtstühle, die von der Straße aus zugänglich waren; auf der Innenseite befindet sich die Kirche.Beichte to Go 🤣In einem Apartment mit gehobenem Interieur, habe ich dann doch noch eine Toilette entdeckt…
Die Klosterstadt gleicht ein bisschen einem Labyrinth. Wenn man sich allerdings beim Laufen durch die Gassen immer links hält, kommt man am Ende ohne Gegenverkehr wieder raus. Kommt man zuvor irgendwo in den Gegenverkehr, hat man irgendeine Ecke oder Treppe übersehen… Voll witzig! 😅
Im 16. Jahrhundert konnte man es hier bestimmt aushalten…
Gestern war ich im Colca Canyon, der auch sehr beeindruckend war. Weil der Colca Canyon und das Entdecken des Andencondors DAS Ausflugshighlight von Arequipa ist, strömen hier natürlich busseweise die Touristen her, was dem Ganzen dann irgendwie das Besondere nimmt. Zum Glück habe ich nur einen Tagesausflug ohne Hiking und Übernachtung gemacht.
Das Colca ValleyTerrassen aus der InkazeitAn den Busstops findet man Frauen und Kinder in traditioneller Kleidung, die sich durch Verkauf, Tanzen oder Fotografieren mit einem Lama ein paar Soles verdienen…Kirche in Chivay im Colca TalSaft aus der Kaktusfrucht „Sanky“; schmeckt ein bisschen wie Kiwi.… und ist sehr gesund.Es gibt hier sehr viele mannsgroße KakteenAuf dem halbstündigen Wanderweg zum Hauptaussichtspunkt……Blick hinunter in den CanyonIm Colca Canyon ist auch der Andencondor zuhause, der schwerste Greifvogel der Erde. (Bild aus dem Internet, da er zu schnell ist, um ihn selber fotografieren zu können.)
Hauptaussichtspunkt, um einen Blick auf den Andencondor zu erhaschen.Lamas und Alpakas auf dem Weg zurück nach Arequipaauf 4900 m Höhe
Nach fast einer Woche in der schönen Andenstadt Arequipa, auch weiße Stadt genannt, wegen ihres Baumaterials vulkanischen Ursprungs, steige ich morgen wieder in den Bus und fahre weiter nach Puno. 🚌
Heute hat Peru einige spektakuläre Seiten von sich gezeigt.
Mit einer organisierten Tour habe ich ein paar für den Tourismus geöffnete, aber nur minimal erschlossene, authentische Stellen entdeckt.
Als erstes ging es zu einem Aussichtspunkt, von dem alle drei Vulkane, die Arequipa umgeben, mehr oder weniger sichtbar waren.
Der noch aktive Vulkan „Misti‘ ist 5 822 m hoch, zuletzt 1784 ausgebrochen und das Wahrzeichen von Arequipa.links hinten im Dunst sieht man Chachani, den höchsten der drei Vulkane mit 6 057 mZwischen den Bäumen ist Picchu Picchu der niedrigste mit 5 665 mgelegentlich sieht man Rauch sog. Fumarolen über dem Misti aufsteigen…
Anschließend haben wir in einem kleinen peruanischen Restaurant gefrühstückt und sind dann 1,5 Stunden mit dem Minivan auf einem sehr sandigen Weg durch die Anden gefahren, bis wir an dem derzeit trockenen Salzsee Salar de Salinas angekommen sind.
Unterwegs haben wir noch einen kurzen Stopp an einer Stelle gemacht, von der aus man ein paar Flamingos sehen konnte, die normalerweise erst im November kommen.
Flamingos in der Ferne 🦩🦩🦩Pichu Pichu von der anderen Seite… und Chachani mit Lamas davor. Alle drei Vulkane können ganzjährig bestiegen werden.Aktuell ist der Salzsee ausgetrocknet und man kann lustige Bilder auf ihm machen.… oder mit einem Quadt darauf herumfahren
Meine Sozia hat gefilmt…Wenn der See mit Wasser gefüllt ist, bietet er eine spektakuläre Spiegelfläche für die Vulkane ringsumLamas ganz nah 😍
Der Salzsee befindet sich bereits auf einer Höhe von 4300m. Es geht aber noch weiter zu einem Thermalgebiet mit einem Geysir und Hotpool in 4500m.
Minivulkan bzw. GeysirVon oben…Hotpool mit 32°CAussicht vom Minivulkan zum Salzsee
Bis jetzt vertrage ich die Höhe ganz gut, auch wenn die Luft in 4000m Höhe schon ganz schön dünn ist.
Morgen geht es bereits um 3 Uhr früh zum Colca Canyon. Deshalb gehe ich heute früh ins Bett und hoffe, dass ich nach zwei fast durchwachten Nächten endlich wieder schlafen kann. Die Coca Blätter wirken offensichtlich nicht nur gegen die Höhenkrankheit sondern auch gegen einen ruhigen und gesunden Schlaf. 🫤
Bereits in Mexico meinte eine Dharmafreundin aus dem Buddhizentrum, die selber einmal ein Touristenguide in Peru war, dass ich unbedingt ein Rafting auf dem Chilifluss mitmachen solle, wenn ich in Arequipa bin. Es wäre so phantastisch durch den Canyon zu rauschen mit der Sicht von unten auf den Canyon. Dazu kommt, dass mich das Kajakfahren auf dem Kickapoo River in Amerika tatsächlich begeistert hat.
Nur ist Kajakfahren im ruhig dahinfließenden Kickapooriver und Wildwasser Rafting im Chilifluss ein Riesenunterschied. Bei einem Schwierigkeitsgrad bis Stufe 4, sind wir eine Stunde lang durch ein sehr felsiges Flussbett getrieben und manchmal auch nur knapp an riesigen Felsen vorbeigeschrammt ohne uns daran anzuschlagen. Da kann man sich wirklich alles brechen wenn’s blöd läuft.
Zum Glück ist keines unserer Boote gekentert und auch niemand ins Wasser gefallen, was sicherlich sehr schmerzhaft gewesen wäre. Den Spaß war es daher wert. Künftig werde ich aber lieber wieder irgendwo ruhig mit einem Kajak dahinfahren. Von der tollen Aussicht habe ich ohnehin so gut wie nichts mitbekommen, weil ich zu sehr mit den Kommandos, dem Paddeln und dem Ausweichen vor Felsen beschäftigt war.
Natürlich habe ich es nicht ausgehalten den ganzen Tag nur rumzuhängen. Da es aber galt Anstrengung zu vermeiden, bin ich vormittags erst alleine losgelaufen und habe mich nachmittags einer kostenlosen Stadtführung angeschlossen, die mir offensichtlich aber auch nicht geschadet hat.
Zum Plaza de Armas war es vom Hostel nur wenige GehminutenIn der Mitte ein Park mit bestimmt hundert Bänken, die bei dem schönen Wetter alle voll besetzt waren und das nicht nur mit einer Person in der Mitte…SeitengassePlaza de ArmasHauptkathedrale von ArequipaSo ein schöner Tag; sobald die Sonne aufgeht, ist es richtig heißBeginn der Stadtführung in einem Kakaoverarbeitungsladen mit KostprobeAus Kakao kann man vieles machen: Schokolade, Cremes und SeifenIn der nächsten Station wurde das Lama- und Alpakagewerbe vorgestellt.Die eigentliche Farm befindet sich außerhalb der Stadt. Zu Demonstrationszwecken werden abwechselnd ein paar Tiere in einem Stadtgehege untergebracht.3 Wochen altes LamaDie Wolle wird von Hand gereinigtgefärbte WolleEin handgewebter Schal benötigt 3-4 Wochen und für das Muster ein fotografisches Gedächtnis… Das ist eine ehemalige Klostermauer. Für meinen Geschmack irgendwie zu dick 🤔 Ornamente über den Türen stehen für den Reichtum der Eigentümer; je aufwendiger, desto mehr WohlstandVon der Rohwolle zum fertigen ProduktSchule der ?? im 16. Jahrhundert……Kirche; man beachte die Ornamente…Seiteneingang der Kircheschneebedeckter Vulkan im Hintergrund
Schulklassen haben rund um den Park am Plaza de Armas ihre Trachten und Tänze vorgeführt.
Außerdem werde ich meine bisherigen Pläne wahrscheinlich wieder umwerfen und statt des Spanischkurses in Cusco lieber noch eine Exkursion nach Bolivien und Chile machen.
Eine neue Zimmermitbewohnerin hat mich auf diese Idee gebracht…💡
Morgen geht es aber erst einmal zum Rafting im Chili River, bevor es dann weiter in die Höhe geht. 🛶
Um 14 Uhr ist mein Bus nach 17 Stunden Fahrt mit 1,5 Stunden Verspätung in Arequipa angekommen. Bei einer Distanz von 1.000 km finde ich das angemessen.
Bei der Abfahrt in Lima war es stockdunkel. Nach Sonnenaufgang glich die Landschaft einer Felsenwüstegelegentlich kamen wir durch kleine Ortschaften… und begegneten vielen Trucks…dichter Verkehr kurz vor Arequipa
Das Hostel ist ein Glücksgriff, da sehr zentral gelegen, günstig, mit Frühstück, alles sehr sauber und Einzelbetten in den Dorms.
Ess- und Aufenthaltsbereich im Hostel
Jetzt heißt es sich langsam an die Höhe anpassen. In der Küche des Hostels habe ich heute eine junge Frau aus Deutschland getroffen, die Symptome der Höhenkrankheit hat, deswegen schon beim Arzt und im Krankenhaus war und ihre Tour nach Cusco cancelln und das bereits gebuchte Machu Picchu Ticket verfallen lassen muss. Das möchte ich unbedingt vermeiden.
Heute und morgen bleibe ich einfach nur im Bett liegen, mit ganz leichtem Essen und viel trinken. Der Cocatee schmeckt nicht schlecht. Er soll die Sauerstoffaufnahme des Blutes verbessern. Ich koche immer noch ein paar Steviablätter zum Süßen mit.
Obwohl ich eigentlich immer überall ein paar Stunden Schlaf finde, bin ich heute doch schon recht müde von der langen Busfahrt und werde früh das Licht ausschalten.
Lima ist keine wirklich schöne oder besondere Stadt, in der man eine längere Zeit verweilen möchte. Das wusste ich aber bereits von Sergio, den ich in Griechenland kennengelernt habe. Er wohnt in Cusco und hat mir bei einem Gespräch über meine Reisepläne in Peru maximal eine Nacht hier empfohlen.
Weil ich noch nie in Peru war und auch ein wenig Zeit zum Ankommen brauche, habe ich allerdings doch eine zweite Nacht eingeplant.
Den heutigen Tag verbrachte ich überwiegend mit der weiteren Reiseplanung. Konkret habe ich für morgen einen Nachtbus nach Arequipa, einer Stadt zwischen 3 Vulkanen, gebucht – es gibt übrigens nur Nachtbusse dorthin – und eine Unterkunft für die nächsten drei Tage dort, die ich dann bei Bedarf einfach verlängere.
Außerdem habe ich mir in einem Biomarkt einen Beutel Cocablätter besorgt. In Deutschland wäre das eine Straftat. Hier werden mir das Kauen der Cocablätter oder ein daraus gekochter Tee bei der Akklimatisierung helfen und verhindern, dass ich die Höhenkrankheit bekomme. Im Extremfall kann man daran nämlich sterben.
Daher habe ich auch statt einem Direktflug nach Cusco die langsamere Variante über Arequipa mit dem Bus gewählt und dort zwei Tage nur für die Höhenanpassung eingeplant.
Alle meine Reiseziele in Peru liegen auf einer Höhe von über 2 000 m. Arequipa auf 2 335 m, der Colca Canyon auf 3 269, Cusco auf 3 399 m und Machu Picchu auf 2 430 m.
Das flache Amazonasgebiet wäre sicher auch eine Reise wert, aber von dem tropischen Klima habe ich bereits genug und von den Moskitos erst recht…
Hier noch ein paar bunte Bilder des heutigen Tages:
Vegane Pizza 😋Es gibt hier viele kleine, einladende Cafésperuanische Markthalle…getrocknete Coca- und Steviablätter… mit Angabe der Wirkung und Zubereitungsanleitung
Den 6-stündigen Nachtflug von New York nach Lima habe ich im wahrsten Sinne des Wortes verschlafen. Daher gab’s leider auch kein Frühstück für mich oder vielleicht auch zum Glück… 😅
Als ich nach der Landung schon durch den Zoll durch war, sprang mich plötzlich etwas von hinten an. Als ich mich umdrehte, blickte ich einem aktiv-verspielt wirkendem Golden Retriever in die Augen, der sofort von seinem Herrchen zurückgepfiffen wurde. Das Herrchen hatte allerdings eine Uniform an, was mich dann doch gleich ein wenig zusammenzucken und einen Film in mir ablaufen ließ… 😬
Drogenspürhunde springen meines Wissens nach niemanden an und ich habe ja auch keine in meinem Gepäck. Als mich der Zollbeamte dann in Richtung seines Büros wies, fragte er mich, ob ich Lebensmittel dabei hätte und tatsächlich befand sich noch eine Mandarine in meinem kleinen Rucksack, die ich ihm sofort aushändigte. Anschließend warf er noch einen kurzen Blick in meinen großen Rucksack und ließ mich dann – ohne Mandarine und ohne Papierkram – wieder ziehen. Eine wirklich tolle Leistung von dem Hund, von dem ich mich dann auch noch verabschiedet habe. 🐕
Dann ließ ich mich von einem Uber-Taxi direkt ins buddhistische Zentrum fahren. Maria-Luise, von der Sangha in Lima, habe ich in New York, am Anfang der 365-Tour kennengelernt. Sie hat mir einen Platz hier organisiert, nachdem ich ihr erzählt hatte, dass auf meine offizielle Anfrage über DW-Connect, vor ein paar Monaten, niemand geantwortet hat.
Das Zentrum hier ist stilvoll und riesig. Ich habe noch gar nicht alles gesehen. Jhuly hat mich gleich mit einer Tasse frisch gebrühten peruanischen Kaffees begrüßt und mir dann mein Zimmer und die Gompa gezeigt.
Nach einer Medi, Dusche und einem kurzen Mittagsschläfchen, habe ich meine erste Erkundungstour gestartet und bin mit dem Bus nach Miraflores, den beliebtesten und wohlhabenderen Teil Limas gefahren.
Abends gab es einen Einführungsvortrag von dem Reiselehrer „Carlos aus Peru“, gemeinsame Medi und anschließend noch Essen. Es ist wirklich unglaublich, was die Sangha hier mit ihren 20-30 Mitgliedern für eine Aktivität zeigt. Alleine, weil Lama Ole EINMAL im Jahr hier vorbeigekommen ist und buddhistische Belehrungen gab…
Eingang Buddhistisches Zentrum LimaGompaEndlich wieder gesundes und gutes EssenEs gibt hier ganz viele wunderschöne Vögel. Eingansbereich…Es gibt hier ein sich abwechselndes Caféteam , das für die Verköstigung nach der Medi sorgt. Zum ersten Mal habe ich heute Inka Cola (s. Bild) getrunken. Schmeckt wie Kaugummi. Weil diese früher eigenständige Firma in Peru als einzige mehr Umsatz machte als Coca Cola, wurde sie einfach von Coca Cola aufgekauft.🤷♀️