Wüstenoase

Weil ich es damals nicht auf dem Schirm hatte und nicht ausgestiegen bin, ging es jetzt, am vorletzten Tag meiner Perureise, mit einer Tagestour noch einmal in die Wüste Perus.

Huacachina ist eine Oase in der Atacamawüste und liegt auf der Strecke zwischen Lima und Arequipa, die ich gleich wenige Tage nach meiner Ankunft in Peru gefahren bin.

Huacachina ist eine Oase wie aus dem Bilderbuch, umgeben von riesigen Sanddünen.

Leider war der 18-stündige Trip heute von zwei Pannen überschattet.

Treffpunkt war um 5:15 Uhr an einem nahegelegenen Hotel an der Uferpromenade in Lima. Der Bus würde pünktlich um 5:30 Uhr abfahren und auf niemanden warten. Es kam dann auch pünktlich ein schicker Reisebus, der aber scheinbar überbucht war. Als die einzelnen Namen vorgelesen wurden und die Genannten in den Bus einsteigen durften, blieben zum Schluss vier übrig, zu denen ein Chilene, eine Irländerin, eine Neuseeländerin und ich gehörten. Angeblich war das ein zu kleiner Ersatzbus, weil der eigentliche Bus technische Probleme hatte. Es wurde uns aber gesagt, dass noch ein Shuttle käme.

Nach fast noch einer Stunde Wartezeit, kam dann schließlich – im Gegensatz zu allen bisherigen Fahrzeugen – ein schon etwas in die Jahre gekommener Sprinter, der uns vier dann aber zuverlässig in 3 Stunden bis Paracas brachte, wo wir mit der restlichen Gruppe wieder aufschlossen.

Hier fuhren wir auf einer 2-stündigen Tour – diesmal mit einem richtigen Speedboot… – zu den Ballestasinseln, einer unbewohnten (Felsen-)Inselgruppe, die zahlreiche Guano produzierender Seevögel, den südamerikanischen Seebär und  Mähnenrobben beheimatet.

Fahrt mit dem Speedboot zu den Ballestas Inseln
Felsentor
Humboldtpinguine
Guano produzierende Seevogelart
Mähnenrobbe und Südamerikanische Seebären
noch mehr Humboldtpinguine
Robbe
Alle 12 Jahre wird die weiße Guanoschicht auf den Inseln abgebaut.

Nach dem Inselbesuch sind wir noch einmal 1,5 Stunden mit dem Bus bis Huacachina, der Wüstenoase gefahren, wo es dann mit heißen Dünenbuggies zum Sandboarding ging.

Huacachina
Durch diese Wüste reitet man hier nicht mit Kamelen sondern mit coolen Dünenbuggies
Unsere Viergruppe vom Anfang ist die ganze Zeit über zusammen geblieben.
Überall sehr viel Sand, auch in der Luft. Vermummen tut da gut…
Sandboarding
Atacamawüste
Bei Sonnenuntergang
Wüstenoase Huacachina

Mit dem Dünenbuggy wie in einer Achterbahn und mit einer Geschwindigkeit von gefühlt 160 km/h durch die hohen und steilen Dünen zu pesen, war ein richtiges Abenteuer…😎

Auf der Rückfahrt, die knappe 5 Stunden dauern sollte, hatten wir dann auf halber Strecke noch einen platten Reifen, der gewechselt werden musste. Statt kurz vor Mitternacht, kamen wir schließluch mit 1,5 Stunden Verspätung, um 1:30 Uhr wieder in Lima an.

Zu meiner Überraschung wurden mir heute 50% des Tourpreises für die Unannehmlichkeiten erstattet. 😊

Heute Abend geht es weiter nach Ecuador, drei Tage in die Hauptstadt Quito und dann 12 Tage auf die Galapagos Inseln.

Kurzer Tagesbericht

Zum ersten Mal habe ich mich auf meiner Weltreise über mein Zimmer beschwert. Es war eigentlich ganz schön und gemütlich, ein Frauenschlafsaal mit 4 Betten und eigenen Bad.

Vor Machu Picchu war ich bereits im gleichen Hostel, allerdings in einem gemischten Schlafsaal mit 8 Betten und einem Bad außerhalb des Zimmers. Da war es aber ruhig und es hat nicht einmal jemand geschnarcht.

Die letzten beiden Nächte waren grauenvoll. Die Discomusik von nebenan, hat mindestens bis 5 Uhr morgens so laut gedröhnt, dass nicht einmal meine Oropax dem Gewummere wirksam etwas entgegensetzen konnten.

Dann war endlich Ruhe. Da ich immer noch Kopfschmerzen hatte, beschloss ich heute einfach mal liegen zu bleiben. Nach dem Frühstück um 10 Uhr, fing dann allerdings im Hostel an, laute Musik aus Lautsprecherboxen zu dröhnen. Als ich es irgendwann nicht mehr aushielt, ging ich zur Rezeption und erklärte in sichtlich angeschlagenem Ton meinen Unmut und dass sich Kopfschmerzen und eine 24 Stunden Dauerbeschallung nicht vertragen und bat darum die Lautstärke herunterzuregeln.

Entgegen meinen Erwartungen wurde mir daraufhin sogar ein Bett in einem gemischten 6er Zimmer auf der ruhigeren Seite des Hostels angeboten, das ich dankend annahm. Im Nachhinein habe ich dann festgestellt, dass ich das  (teurere) 4er Frauenzimmer auf der lauten Seite nicht einmal gebucht hatte.

Tatsächlich habe ich dann den ganzen Tag fast ausschließlich im Bett verbracht und meine weitere Reise, nach Peru, geplant. Die Idee dazu hatte ich bereits in den USA, als ich mir irgendwann wieder einen Strandurlaub mit Tauchmöglichkeit wünschte… ☀️🌴🌊🏖🤿

Morgen geht es aber zunächst einmal zurück nach Lima, wo ich noch einmal 3 Nächte verbringen werde…

Zum Essen habe ich das Hostel heute einmal kurz verlassen. Wirklich Hunger hatte ich allerdings nicht.

Rainbow Mountain

Zwischen 03:55 Uhr und 04:05 Uhr sollte ich heute zur Wanderung auf den Regenbogenberg abgeholt werden.

Da um diese Uhrzeit noch immer laute Musik aus der Discothek nebenan dröhnte und ich mit Ohrstöpsel schlief, habe ich den Wecker überhört, aber rein zufällig um 03:50 Uhr auf die Uhr geschaut… 😱

Sofort hatte ich dem Veranstalter eine Nachricht geschickt und 5 Minuten Zuschlag bekommen. Nachdem ich in Windeseile in meine Klamotten geschlüpft bin und noch schnell meine Zähne geputzt hatte, war ich schließlich doch noch mehr oder weniger pünktlich am Treffpunkt.

Nach 2,5 Stunden Fahrt und Frühstück, sind wir mit unserem Van – 90% aller Touristenvans in Peru und Chile sind hier übrigens von Mercedes – auf 4800m angekommen. Ab hier ging es zu Fuß weiter auf über 5000m. Die Wanderung bis zum Aussichtspunkt auf den Regenbogenberg hat nochmals 1,5 Stunden gedauert.

Wem der Aufstieg zu mühsam war, konnte sich auch ein Pferd mieten und bis auf das letzte, extrem steile Stück, hochreiten.
Es ist wirklich unglaublich, in welchem Tempo auch ältere Frauen die Pferde hier hochführen.
Blick zurück
fast geschafft
Der Regenbogenberg
Oben angekommen, hat es plötzlich zugezogen, sogar leicht angefangen zu schneien und es blies ein eisiger Wind. 🥶
Für ein paar Soles kann man die Einheimischen mit ihren Alpakas fotografieren.
Wilde Alpakas auf dem Rückweg

Der Aufstieg war teilweise sehr mühsam und anstrengend, hat sich aber definitiv gelohnt.

Leider bekomme ich über 4000m danach immer Kopfschmerzen. Daher ist für den Rest des Tages und morgen Erholung angesagt.

Machu Picchu

Ja, es hat sich definitiv gelohnt hierher zu kommen! Und das Wetter hat auch gepasst… Meine träge Stimmung ist wie weggeblasen.

Die 8 Kilometer lange und 40-minütige Busfahrt von Aguas Calientes nach Machu Picchu hat mich fast ein bisschen an den Shuttleservice von Immenstadt ins EC während des Sommerkurses erinnert…

Die Busse fahren von frühmorgens bis zum späten Nachmittag, um die täglich 1.000 Besucher über eine unbefestigte Serpentinenstraße in die Ruinenstadt aus der Inkazeit auf 2400m Höhe zu bringen. Mein Respekt gilt all denjenigen, die hier auf einer 4-tägigen Wanderung die letzten 43 km auf dem sogenannten Inka-Pfad zu Fuß zurücklegen…

Bedauerlicherweise konnte ich ausgerechnet heute keinen englischsprachigen Guide finden. Normalerweise laufen sie mir immer überall hinterher. Es waren nur spanischsprachige Gruppen unterwegs. Erst ganz zum Schluss bin ich einer Gruppe Amerikaner begegnet, da war es dann aber auch schon zu spät. Ich werde mir nun alles wissenswerte über Machu Picchu selber anlesen müssen.

Macchu Picchu wurde im 15. Jahrhundert von den Inka erbaut und 1911 offiziell wiederentdeckt.
MP konnte bis zu 1000 Menschen beherbergen und versorgen.
Über Sinn und Zweck der Stadt gibt es nur Theorien, aber keine gesicherten Überlieferungen.
Die Stadt umfasste 216 steinerne Bauten, die auf Terrassen gelegen und mit einem System von Treppen verbunden waren.
MP hatte ein voll funktionsfähiges Bewässerungs- und Kanalsystem.
Über den Inka-Pfad ist MP mit der 75 Kilometer entfernten und damaligen Inkahauptstadt Cusco verbunden.
Die Inkabauweise kam größtenteils ohne Mörtel aus und die Steine wurden maßgenau zurechtgeschnitten. Wurde doch Mörtel verwendet, meist im oberen Teil, hatte das den Zweck Feuchtigkeit aufzunehmen und die Ausdehnung und Kontraktion der Steine bei Hitze und Kälte zu regulieren. – So oder so ähnlich habe ich das heute verstanden.
Bauweise der einfachen Leute

Es ist wirklich beeindruckend diese (Ruinen-)Stadt einmal live gesehen zu haben. Aus Umweltschutzgründen und zum Schutz der Anlage und Belastbarkeit, wurde die tägliche Besuchszeit und Besucherzahl im Laufe der Jahre immer mehr reduziert. Mittlerweile dürfen nur noch 1000 Besucher pro Tag, zwischen 6 und 15 Uhr nach Machu Picchu und die Tickets sind größtenteils Monate vorher ausverkauft. Das hat wiederum den Vorteil, dass sich die Besucher in der weitläufigen Anlage gut verteilen, was sehr angenehm ist.

Morgen früh geht es mit dem Zug wieder zurück nach Cusco.

Innere Zustände

Die Rückkehr nach Peru hat mich jetzt irgendwie aus dem Flow, mit dem ich eine Woche lang spontan in drei Ländern unterwegs war, herausgeholt.

Machu Picchu war zwar von Anfang an ein Ziel von mir und dennoch kann ich mich momentan nicht so recht daran erfreuen. Mal sehen, ob sich der ganze Aufwand jetzt lohnt.

Mit einem Panoramazug bin ich heute in Aguas Calientes, dem Ausgangspunkt für Machu Picchu, angekommen und werde morgen Nachmittag mit dem Bus zu der Inkastätte hochfahren. Es ist hier nochmal alles touristischer und teurer als in Cusco.

Es waren nur sechs Leute in dem Abteil.
Schlösser an einer Brücke

Vermutlich war die letzte Woche mit Peru – Bolivien und Chile doch ein bisschen viel auf einmal und ich brauche einfach eine kurze Pause. – Ja, das wird es wohl sein.

Dennoch hatte ich auch ein wirklich besonderes und schönes Erlebnis: Der Besuch bei Sergio, im Buddhistischen Zentrum, das er aktuell noch in seinem Häuschen am Stadtrand voller Hingabe betreibt.

v.l. Omar mein Zimmermitbewohner, Sergio, ich, Fabienne (Sergios Freundin), r. Regine (spontane Besucherin für ein paar Tage, seit > 30 Jahren im Dharma)

Bemerkenswert ist dabei, dass ich, als ich in Cusco in mein Hostel eincheckte und mein Mehrbettzimner betrat, sofort mit Omar, meinem peruanischen Bettnachbar aus Lima, der auch schon viel in der Welt herumgekommen ist, aber bisher keinen Kontakt zum Buddhismus hatte, in ein interessantes Gespräch kam. Nach diesem Gespräch bot ich ihm an, dass er mit mir zur Medi kommen könne, falls ihn das interessiere, was er auch tatsächlich tat.

Gemeinsam sind wir 2 Tage später mit einem Uber die 10 Kilometer an den Stadtrand zu Sergio gefahren. Allein die Fahrt war schon ein Abenteuer, weil an diesem Tag der „Inka Rail“ durch Cusco fuhr und es gar nicht so leicht war spontan ein Uber zu bekommen. Nach 1,5 Stunden haben wir dann dennoch unser Ziel erreicht, pünktlich zur Medi um 7:30 Uhr.🧘‍♀️📿

Um 23 Uhr, nachdem uns Sergio noch voller Begeisterung einiges über die Entstehung des Zentrums und spannende, damit zusammenhängende Ereignisse erzählt hatte, sind wir dann wieder in unser Hostel im Stadtzentrum zurückgekehrt.

Am Montag, nach meiner Rückkehr nach Cusco, werde ich dann noch einmal zum öffentlichen Meditationsabend hinausfahren. Bin schon gespannt, ob Omar auch noch einmal mitkommt…

Ansonsten war ich heute noch in den Hot Springs, was mir sehr gut tat.

Hot Springs

Cusco – Peru

Seit gestern, spätnachmittags, bin ich wieder in Peru.

Bereits Ende August hatte ich, als ich noch in Griechenland war, ein Ticket für die Inkastätte Machu Picchu, für 27.10. gekauft, da die Anzahl der Besucher pro Tag stark begrenzt ist und die besten Tickets schnell ausverkauft sind. Ich „musste“ also wieder zurück.

Zeitlich und finanziell hätte es sich diesmal nicht gerechnet mit dem Bus zu fahren. Daher bin ich wieder einmal geflogen, allerdings erst 2 Stunden südlich bis Santiago und dann 3,5 Stunden nördlich bis Cusco. 🙈 Direktflüge gibt es auf dieser Strecke nicht.

Das ist der Nachteil, wenn man spontan seine Pläne ändert. Da kommt es dann schon hin und wieder vor, dass man am Ende zick-zack durch die Welt cruist.

Flugroute von San Pedro de Atacam (Chile) nach Cusco (Peru).

Jetzt heißt es erst einmal wieder Ruhe geben und sich an die Höhe (3400m) anpassen. Morgen werde ich dann langsam mit einer (kostenlosen) Stadtführung beginnen. Am Abend werde ich dann mit einem Uber zu Sergio, der am Stadtrand von Cusco wohnt, fahren und am öffentlichen Meditationsabend teilnehmen. Meinen peruanischen Zimmermitbewohner aus dem Hostel nehme ich auch mit…

Ein paar erste Eindrücke von Cusco:

Gassen in Cusco
In dieser Gasse befindet sich mein Hostel
Aufenthaltsbereich in meinem Hostel
und eine gemütliche Sitzecke
Markttreiben
Goldmann
noch eine Gasse
Vegie Lasagne 😋

Noch mehr Inseln

Nach Amantani ging es noch auf die Insel Taquile, die ebenfalls von Indigenen bewohnt wird, aber ganz andere Traditionen pflegt.

Die Bewohner heiraten untereinander, müssen dann aber die Tradition derjenigen Insel übernehmen auf der sie leben.

Insel Taquila im Titicacasee
Hauptplatz von Taquila
eine Gasse
Hier stricken die alten Männer
Die Männer tragen verschiedene Trachten, die ihren Familienstand anzeigen; der weiße Tei der Mütze signalisiert „noch zu haben“.
rot-bunte Mütze = verheiratet; hier wird gerade aus einer Pflanze natürliches Shampoo gewonnen
Blick von weit oben über Taquile
Auf dem Weg nach unten zum See

Der Titicacasee liegt auf einer Höhe von 3812m und ist das höchstgelegene schiffbare Gewässer der Welt.  Er liegt zudem auf der Grenze zwischen Peru und Bolivien. Nach Bolivien fahre ich morgen mit dem Bus.

Zuvor wollte ich aber noch eine Nacht auf einer größeren, schwimmenden Insel, kurz vor Puno, verbringen. Den Anstoß hierzu bekam ich von einem Reiseblog aufgrund einer Internetrecherche.

schwimmende Insel
Anlegestelle vor der Insel
Weg von der Anlegestelle zu meinem Bungalow
Hier kann man gut die Wurzelblöcke mit dem sich darauf befindlichen Schilfgras erkennen.
Sonnenuntergang

Auch wenn es irgendwie cool ist, einmal auf solch einer „modernen“  schwimmenden Insel, die sogar über fließendes Wasser und Duschen verfügt, einmal zu übernachten, tut es der Gesundheit des Titicacasees wohl weniger gut. Die ganzen Abwässer werden höchstwahrscheinlich direkt dort hinein geleitet.

Amantani

Nachdem wir die Uros besucht hatten, sind wir mit unserem „Schnellboot“, das gefühlt eher die Geschwindigkeit eines Lastenkahns hatte, zu einer größeren, „normalen“ Insel namens Amantani getuckert.

Dort leben derzeit ca. 5000 Indigene in 10 Gemeinden. Wer dort übernachten möchte, so wie wir, kann dies nur in einer Familie tun. In einem Rotationsverfahren nehmen die einzelnen Familien der 10 Gemeinden täglich Besucher bei sich auf.

Nach unserer Ankunft, wurden wir an der  Anlegestelle einer Familie zugewiesen, die dort bereits in ihrer traditionellen Kleidung auf uns wartete. Mit einem französischen und einem brasilianischen Pärchen, wurde ich der Familie von Faustina zugeteilt.

Auf Amantani gibt es keine Autos, weshalb wir erst einmal 15 Minuten die Insel aufwärts zu unserem Häuschen marschierten. Dort wartete bereits ein einfaches, vegetarisches Mittagessen auf uns. Alles Inselbewohner ernähren sich hier vegetarisch.

Nach einer kurzen Ruhepause, sind wir anschließend auf den Patcha Tata gestiegen, einen Berg, auf dem sich die Ruine eines Tempels aus der Inkazeit befindet. Dort befinden sich noch zwei Tore, eines in Richtung Sonnenaufgang, das andere Richtung Sonnenuntergang.

Nach dem Abstieg und dem Abendessen war ich bereits so platt, dass ich die Party, die extra für uns Besucher vorbereitet wurde sausen ließ. Diese fand in einer Veranstaltungshalle statt und für jeden wurde dazu noch ein traditionelles Kostüm bereitgehalten.

Die Inselbewohner tragen immer Tracht, sowohl die Männer als auch die Frauen.

Ankunft auf der Insel Amantani
Das Haus, in dem ich eine Nacht mit einer peruanischen Familie verbracht habe.
Innenansicht; es gibt hier kein fließend Wasser, nur einen großen Wassertank. Und keine Heizung, nur dicke Decken.
gemeinsames Essen
Küche
Tracht der Frauen auf Amantani, die sie immer tragen. Die älteren Frauen stricken auch während des Gehens, s. l. Frau. Die Mützen, Pullover, Schals und Handschuhe werden dann verkauft.
Pacha Tata
Tempeltor zum Sonnenuntergang
fast wieder unten

Die Kinder werden hier einmal im Monat eine Woche lang beschult. Hierfür kommt extra ein Lehrer aus Puno hierher. Die restliche Zeit helfen die Kinder bei den Eltern mit die Insel zu bewirtschaften. 

Das Leben auf der Insel ist sehr traditionell, einfach und hart. Obwohl die Leute alle sehr freundlich sind und es ein sehr interessanter Einblick war, hat mir eine Nacht hier allerdings völlig gereicht…

mit Faustina, meiner Gastmutter

Schwimmende Inseln

Der Abschied von Arequipa fiel nicht leicht. Hier gäbe es bestimmt noch einiges zu entdecken. Trotzdem war ich jetzt schon gespannt auf Puno und die schwimmenden Inseln der Uros im Titicacasee, auf der peruanischen Seite.

Um keine Zeìt zu verlieren, hatte ich gleich bei der Buchung meines Hostels in Puno angefragt, wie man am besten auf die Inseln kommt und eine geführte 2-Tages-Tour mit einer Übernachtung in Amantani, für den Folgetag gebucht.

Es war bereits 22 Uhr und dunkel, als ich in Puno ankam. Weil es 1000m höher liegt als Arequipa, bin ich aus gesundheitlichen Gründen gleich ins Bett gegangen…

Um 8 Uhr wurde ich dann am nächsten Tag im Hostel abgeholt und meine Inseltour begann.

Eine der 149 schwimmenden Inseln der Uros, auf denen heute noch insgesamt 2300 Indigene leben.
Die Unterschicht der Insel besteht aus verknoteten Wurzelblöcken. Das Schilf wird lose darauf gelegt.
Damit die Insel nicht wegschwimmt, wird sie an verschiedenen Punkten verankert. Zur Inkazeit dienten diese künstlichen Inseln der Verteidigung, weil sie leicht verlegt werden konnten.
Auch die Hütten, in denen sich ebenfalls ein Schilfbett befindet…
und die Boote, werden aus dem Schilf gebaut, das hier sehr weit verbreitet wächst, s. Bild, oben
Alles aus Schilfgras!
Die Uros hier leben vom Tourismus, indem sie ihre einzigartigen Inseln erklären und selbstgefertigte Souvenirs verkaufen.
Auf einem selbstgebauten Schilfboot…
… habe ich die  Bekanntschaft mit der kleinen Joselita gemacht… 😄
🥰

Anschließend ging es weiter auf die Insel Amantani, wo wir auch übernachtet haben.

Fortsetzung folgt…

Colca Canyon und Santa Catalina

Von den dicken Mauern des Klosters Santa Catalina, das wir vor wenigen Tagen bei der Stadtführung passiert haben, noch immer beeindruckt, wollte ich heute wissen, was sich dahinter verbirgt. 

Für einen stolzen Eintrittspreis von umgerechnet 10 Euro, dafür vergleichsweise nur wenig Besucher, befand ich mich, nachdem ich das Ticket gelöst hatte, plötzlich in einer riesigen „Stadt in der Stadt“, einem Nonnenkloster, das 1579, weniger als 40 Jahre nach Ankunft der Spanier, gegründet wurde und jetzt einen authentischen Einblick in das Klosterleben von damals gibt. Die Frauen kamen aus unterschiedlichen sozialen Schichten, um als Klausurnonnen zu dienen.

Der Besuchsbereich mit Trenngitter ähnelt dem eines Gefängnisses. Ein direkter Kontakt sollte verhindert werden.
Empfangszimmer für hochrangige Besucher, mit Blick auf ein geschnitztes „Letztes Abendmahl“ auf der gegenüberliegenden Raumseite
Es gibt viele große Höfe…
… und Gassen, die alle einen Namen haben.
Anstatt kleinen Klosterzellen, hatte jede der 450 hier lebenden Nonnen ein kleines „Apartment“. Jedes hatte einen Schlafplatz, eine Küche, einen Essplatz und einen kleinen Innenhof. Keines glich dem anderen und hatte eine einfache bis gehobene Ausstattung. Gezahlt wurde das alles von der Mitgift der Angehörigen.
Waschplatz
Große Küche mit Brunnen, wo auch gebacken wurde.
Bad; es konnten zwei Nonnen mit Badekleidung und einem Vorhang in der Mitte gleichzeitig baden.
Klosterkirche
Beichtstühle, die von der Straße aus zugänglich waren; auf der Innenseite befindet sich die Kirche.
Beichte to Go 🤣
In einem Apartment mit gehobenem Interieur, habe ich dann doch noch eine Toilette entdeckt…

Die Klosterstadt gleicht ein bisschen einem Labyrinth. Wenn man sich allerdings beim Laufen durch die Gassen immer links hält, kommt man am Ende ohne Gegenverkehr wieder raus. Kommt man zuvor irgendwo in den Gegenverkehr, hat man irgendeine Ecke oder Treppe übersehen… Voll witzig! 😅

Im 16. Jahrhundert konnte man es hier bestimmt aushalten…

Gestern war ich im Colca Canyon, der auch sehr beeindruckend war. Weil der Colca Canyon und das Entdecken des  Andencondors DAS Ausflugshighlight von Arequipa ist, strömen hier natürlich busseweise die Touristen her, was dem Ganzen dann irgendwie das Besondere nimmt. Zum Glück habe ich nur einen Tagesausflug ohne Hiking und Übernachtung gemacht.

Das Colca Valley
Terrassen aus der Inkazeit
An den Busstops findet man Frauen und Kinder in traditioneller Kleidung, die sich durch Verkauf, Tanzen oder Fotografieren mit einem Lama ein paar Soles verdienen
Kirche in Chivay im Colca Tal
Saft aus der Kaktusfrucht „Sanky“; schmeckt ein bisschen wie Kiwi.
… und ist sehr gesund.
Es gibt hier sehr viele mannsgroße Kakteen
Auf dem halbstündigen Wanderweg zum Hauptaussichtspunkt
Blick hinunter in den Canyon
Im Colca Canyon ist auch der Andencondor zuhause, der schwerste Greifvogel der Erde. (Bild aus dem Internet, da er zu schnell ist, um ihn selber fotografieren zu können.)
Hauptaussichtspunkt, um einen Blick auf den Andencondor zu erhaschen.
Lamas und Alpakas auf dem Weg zurück nach Arequipa
auf 4900 m Höhe

Nach fast einer Woche in der schönen Andenstadt Arequipa, auch weiße Stadt genannt, wegen ihres Baumaterials vulkanischen Ursprungs, steige ich morgen wieder in den Bus und fahre weiter nach Puno. 🚌