Ich sitze gerade in Gaya am Flughafen, warte auf den Check-in und habe noch Zeit die vergangenen Wochen Revue passieren zu lassen.
Das war jetzt meine 5. Indienreise mit folgenden Aufenthalten:
– 13 Tage Delhi – Karmapa Kurs
H.H. 17. Karmapa Trinley Thaye Dorje
– 5 Tage Agra – Taj Mahal und Rotes Fort
Taj Mahal
– 6 Tage Bodhgaya – Pilgerreise
Mahabodhi Tempel
Im Vergleich zu meiner ersten Reise 2010 haben sich zwar die Preise verdoppelt, hinsichtlich der teilweise extremen Armut und Verschmutzung im Land hat sich aber nur wenig getan.
Als Reisemonate im Norden sind Dezember und Januar zwar trocken, aber doch recht kalt und es wird dann schon sehr ungemütlich, wenn es in den Gebäuden keine Heizung gibt.
Gerne hätte ich noch eine Safari mit Kamelen und Übernachtung in der Wüste bei Jaisalmer in Rajasthan gemacht, werde mir dieses Ziel aber für ein anderes Mal, wenn es wärmer ist, aufheben. 🐫✨️
Ansonsten war die Reise wieder gefüllt mit wunderbaren, bunten Eindrücken und unterschiedlichsten Begegnungen.
Vor allem die Nähe zu Karmapa, die Zeit am Mahabhodi Tempel, das Umrunden des selbigen und das Mönlam mit den Tausenden Buddhisten, haben den Aufenthalt hier zu etwas ganz Besonderem gemacht.
Es war sicherlich wieder nicht das letzte Mal, dass ich hier war.
Aufgefüllt mit dem Segen und den Eindrücken eines ganz besonderen Ortes, ist die Zeit gekommen Abschied von Bodhgaya zu nehmen.
Ausgiebig habe ich den heutigen Tag noch am Mahabhodhi Tempel und in meinen beiden Lieblingscafés „Be Happy Café“, das ich schon von meiner Pilgerreise 2017 her kannte und dem „Tibet Om Café“, das mir Santos, der Inder am 1. Tag gezeigt hat, verbracht.
„BeHappyCafé“„Tibet Om Café“
Meine guten Vorsätze von vor ein paar Tagen, nämlich möglichst keine „schönen Dinge“ zu kaufen, weil ich ja nichts transportieren kann, habe ich bereits heute wieder über den Haufen geworfen und drei wunderschöne, handgefertigte Klangschalen aus Tibet, erworben, die jetzt als Paket auf dem Weg nach Deutschland sind. 😃 Angefeuert wurde ich hierzu übrigens von meiner kleinen Schwester.
Klangschalen
Außerdem habe ich noch meine seit Wochen eingestaubten Schuhe wieder auf Hochglanz bringen lassen.
Seit Wochen eingestaubt…bringt ein professioneller Schuhputzermit vielen Cremes, Ölenund Bürstchen meine Schuhe wieder auf Hochglanz.✨️
Dieses Blatt von dem Bodhi Baum, unter dem Buddha solange meditiert hat bis er zur letztendlichen Erleuchtung kam, habe ich von Sandeep Kumar geschenkt bekommen. Er hat es geschnappt als wir um den Tempel gingen und es vor ihm auf den Boden fiel. 🙏
Sandeep ist jetzt schon der Dritte Inder, der mich angesprochen hat und mir dann nach einer kurzen Unterhaltung ein Foto von Lama Ole gezeigt hat. Es ist echt beeindruckend zu sehen, welchen Einfluss er selbst hier bei den Menschen ausübt und sie begeistert. Alle drei haben mir von sich aus angeboten, dass sie mich mit ihren Motorrädern zur ca. 12 km entfernten Mahakala Höhle bringen würden. In dieser Höhle hat Buddha sechs Jahre lang meditiert, bevor er schließlich nach Bodhgaya kam.
Mit Roksana und einem Engländer hat es dann heute auch geklappt, dass wir uns ein TukTuk geteilt haben. Auf das Motorrad wollte ich lieber verzichten.
Fotostopp auf dem Weg……mit dem TukTuk.Landschaft um Bodhgaya
Neben der Höhle, war es auch die Fahrt und der Aufstieg selbst wert dorthin zu fahren.
Friedliche Affen…… beim Aufstieg ……zur Höhle.In einem Dorf auf dem Weg
Mittlerweile weiß ich auch woran es liegt, dass mich die entsprechenden Leute als vermeintliche Lama Ole oder Karmapa Schülerin identifizieren. Es sind die Segensbändchen, die sich von den ansonsten meist roten Fäden unterscheiden.
Neben den vielen buddhistischen Tempeln gibt es auch einen sehr lebhaften Straßenhandel in Bodhgaya, überwiegend mit buddhistischem Meditationsbedarf und Devotionalien. Kleidung, Schmuck, Schals, Obst und Gemüse kommen vor Haushaltswaren und Plastikspielzeug an zweiter Stelle.
Statuen und KlangschalenTaschen, Schmuck etc.ThangkasTibetischer Markt Malas, Steine, Schmuck und PerlenMalasSchals Schalen und KännchenTibetische HandwerkskunstObst
Für mich ist es eine wahre Freude hier zu shoppen. Kleidung, Schals, Medizeug usw. kann ich alles gut gebrauchen und ist für meinen Geschmack, auch preislich, in Fülle vorhanden. Das einzige Problem ist mein Rucksack. Der hat eh schon Übergewicht und den kleinen – auch sehr schwer…! – sollte es am besten gar nicht geben. 🙈
Meinen warmen Yakwollschal aus Delhi, den ich jetzt nicht mehr brauche und die Tasse, das Geschenk von Karmapa, konnte ich in Delhi meinen Zimmerkolleginnen aus Norddeutschland mitgeben, die noch Platz in ihrem Gepäck hatten und beides bei Gelegenheit nach Bayern ins „EC“ weiterreichen.
Alles andere Schöne, neu Gekaufte, werde ich ab jetzt immer zurücklassen müssen. – Das ist furchtbar! Vielleicht kann ich aber auch irgendjemand eine Freude damit machen. 💝🙏
Diese Frau wollte NICHT von mir fotografiert werden. Weil ich das, was sie tut aber extrem blöd finde, habe ich es trotzdem gemacht.
Sie hält Spatzen im Käfig gefangen und gegen eine Spende darf man einen befreien. Danach werden sie wieder eingefangen und in den Käfig gesteckt. 😡👿👹
Ansonsten habe ich mein Flugticket nach Sri Lanka für 16.01. fix gebucht. Jetzt muss es nur noch mit den Onward Ticket und dem Visum on Arrival klappen, da ich leider keinen Drucker hier habe und ein Ausdruck scheinbar verpflichtend ist. Apropos Drucker… 🤔 – Das ist jetzt ein Insider für eine liebe Kollegin, die hier vielleicht gerade mitliest… +/- ? 😄
Überwältigt von den vielen Eindrücken, dem regen Treiben auf den Straßen, spannenden Begegnungen und viel Zeit am Mahabodhi Tempel, habe ich gestern kaum fotografiert und keine Muße gehabt hier etwas aufzuschreiben.
Am Abend war ich dann gefühlt Stunden mit einer Flugbuchung nach Sri Lanka beschäftigt, die bis jetzt noch nicht bestätigt wurde.
Auch heute war ich fast wieder den ganzen Tag nur auf der Straße unterwegs oder beim Mahabodhi Tempel, habe meditiert, Mantras bei der Kora, der Umrundung des Tempels, gemurmelt und viele gute Wünsche gemacht. Dort findet gerade das Nyingma Mönlam 2024 mit Wunschgebeten für den Weltfrieden statt. Es sind hier gerade zig Tausende Mönche, Nonnen, Verwirklicher und Laienbuddhisten anwesend und die Atmosphere ist wirklich unglaublich. Mittlerweile hoffe ich sogar, dass meine Flugbuchung nach Sri Lanka fehlgeschlagen ist und ich noch ein paar weitere Tage hier verbringen kann.
Hier hatte ich 2017 auch meinen Wunsch für ein Sabbatical gemacht, bei dem es zuvor schon einmal hieß, das ginge nicht. Auch jetzt habe ich wieder einen ganz persönlichen Wunsch formuliert, nämlich, dass es mir gelingen möge, mein Sabbatical mit dem Kagyü Mönlam im Dezember 2024 hier abzuschließen und dass ich dann viele Freunde von meiner Sangha hier treffe.
Am Abend durfte ich dann noch an einer Mahakala Puja im Karma Tempel, wo ich untergebracht bin, teilnehmen. Ein sehr kraftvolles Ritual! Der Mahakala Raum hier ist sehr besonders, mit einer riesigen Mahakala Statue und unglaublichen, edlen Wandmalereien. Leider durfte man auch hier nicht fotografieren, nur die vordere große, der Öffentlichkeit zugängliche Gompa, mit ebenfalls wunderschönen Wandmalereien vom Leben Buddhas.
Karma TempelDas Leben am Hof als Prinz SiddharthaBegegnung mit Alter, Krankheit und TodZeit des Fastens Meditation und ErleuchtungVerweilen nach der ErleuchtungErste Belehrungen
Ein sehr erfüllender und inspirierender Tag heute! 🙏📿✨️🌈
Nach einer 14-stündigen, aber kurzweiligen Nacht im Sleeperabteil, wo ich sogar ein paar Stunden schlafen konnte, bin ich in Gaya angekommen. Erwartungsgemäß hat sich am Ausgang des Bahnhofs gleich eine Meute TukTuk-Fahrer mit ihrem berühmten „Ma’am, where you want to go?“ und „You need a TukTuk?“ auf mich gestürzt, um mich schließlich nach einer kurzen Verhandlung nach Bodhgaya zu fahren.
Dort habe ich mich zunächst in ein 4-Sterne Hotel begeben, das ich gestern versehentlich unter einer falschen Preisvorstellung bzw. einem Kommafehler bei der Währungsumrechnung über Booking.com gebucht habe. Es hieß, bei Stornierung sei der volle Preis fällig. In diesem Fall 160 Euro für 4 Nächte. Bereits 10 Minuten nach der Buchung habe ich den Fehler erschrocken bemerkt und gleich per Email versucht den Sachverhalt zu erklären und die Buchung rückgängig zu machen. Ich erhielt aber keine Antwort darauf. Da ich bei der Buchung keine Kreditkartendaten angeben musste, hätte ich die Sache vielleicht auch einfach auf sich beruhen lassen können. Weil aber durch Booking.com eine gewisse Verbindung besteht, habe ich beschlossen die Sache direkt vor Ort zu klären. Das Ganze lief schließlich völlig problemlos ab und ich mußte nichts zahlen. Vielleicht wollten sie mich in meinem Backpackeraufzug auch einfach nur schnell wieder loswerden.
So bin ich jetzt spontan für 7,70 Euro pro Nacht im Guest House des Karma Temple untergekommen. Eine Empfehlung einer Zimmerkollegin aus Delhi.
Als ich nach dem Check-in vor dem Tempeltor stand und mich mit Hilfe von GoogleMaps auf den Weg zum Mahabodi Tempel, der Erleuchtungsstelle Buddhas machen wollte, fragte mich ein zum Tempel gehörender, gerade auf seinem Moped sitzender Mönch wo ich hin wolle. Als ich ihm die Antwort gab, meinte er, er würde mich hinbringen und schwupps, saß ich barfuß in meinen FlipFlops (ja, es ist warm hier!) und ohne Helm auch schon auf seinem Moped. Im Vertrauen auf seine Fahrkünste und mein gutes Karma, fuhren wir schlangenlinie durch den indischen Straßenverkehr Richtung Mahabodi Tempel.
Nach der Ankunft, kurz nachdem ich abgestiegen war, sprach mich ein anderer indischer Mopedfahrer an und fragte mich, ob ich Lama Ole kennen würde. Das konnte ich jetzt fast nicht glauben, aber er sagte, dass er auch in Delhi im KIBI war, als Karmapas Assisstent, mich dort schon gesehen hätte und mit Lama Ole seit 15 Jahren befreundet sei. Sein Name war Santos und er lebt hier in Bodhgaya. Wir unterhielten uns ein wenig und weil ich hungrig war, gab er mir noch eine gute Restaurant Empfehlung und begleitete mich dorthin.
Nach einer Weile gab ich ihm zu verstehen, dass er nicht auf mich warten müsse und als er gerade aufbrechen wollte, kam Roxana, eine Polin herein, die ebenfalls im KIBI war und wir uns bisher auch nur vom sehen bekannt waren. Bodhgaya ist jetzt übrigens kein kleines Dorf und es sind hier zig Tausend buddhistische Pilger unterwegs…
Nachdem ich mich auch mit ihr ausgetauscht hatte und sie völlig übermüdet auch zu mir in den Karma Tempel zog, begab ich mich endlich zum Mahabodhi Tempel, dem Kraftort schlechthin, bin dort ein paar große und kleine Runden gelaufen und habe viele gute Wünsche zum Besten aller Wesen gemacht. Leider sind dort Handys und fotografieren verboten.
Ansonsten werde ich heute früh ins Bett meines spartanisch ausgestatteten Zimmers gehen und den versäumten Schlaf der letzten Nacht nachholen.
Eigentlich wäre ich gerne wieder mit den russischen Dharma Freunden auf der gerade stattfindenden 9000 Kilometer langen Wintertour von Moskau bis Wladiwostok, mit der Trabssibirischen Eisenbahn. Aufgrund der schwierigen politischen Verhältnisse und der damit verbundenen Sanktionen, welche nur bestimmte Flugverbindungen zulässt, wurde die Tour in die entgegengesetzte Richtung umgestellt, so dass es für mich von Indien aus, jetzt noch komplizierter, ein riesiges Hin- und Herfliegen bedeutet hätte, wenn ich danach in Australien mit der 365 Tour weitermachen möchte. Deshalb habe ich entschieden auf die „Wintertour“ zu verzichten und erst einmal in Indien zu bleiben. Als kleine Entschädigung habe ich mir eine 800 Kilometer und 13 Stunden lange Zugfahrt von Agra nach Bodhgaya im „Sleeper“, dem indischen Nachtzug genehmigt, wo ich mich jetzt gleich zur Ruhe legen werde. – Auch ein kleines Abenteuer!
Wenn man sich abseits des beschilderten Touripfades begibt und an der Mauer des Taj Mahal entlangläuft, kommt man auf seiner Rückseite am Ufer des heiligen Flusses Yamuna heraus.
Er hat eine Gesamtlänge von 1376 km und fließt auf ganzer Länge südwestlich parallel zum oberen Ganges. Der Name Yamuna geht auf das Sanskrit-Wort „Zwilling“ zurück, was auf den Verlauf parallel zum Ganges Bezug nimmt. In der indischen Mythologie wird der Fluss, wie auch der Ganges, durch eine Göttin repräsentiert.
Bei näherer Betrachtung schaut „Yamuna“ aber alles andere als heilig aus.
Zwischen ein paar übrig gebliebenen Blütenblättern aus Verehrungsritualen, tummelt sich sämtlicher Unrat, Essensreste und Dreck. Noch schlimmer sieht es in einem Zulauf aus.
Die Umwelt- und Luftverschmutzung in Indien ist katastrophal. Gerade die Einheimischen schmeißen ihren Müll immer noch einfach vor die Haustür oder lassen ihn dort fallen, wo sie gerade stehen.
Der AQI-Wert gibt den Grad der Luftverschmutzung an und wird auf einer Skala von 0 bis 500 gemessen. Kein Wunder also, dass man an das Taj Mahal von manchen Aussichtspunkten oder manchmal sogar, wenn man 200 Meter davor steht (wirklich!), gar nicht sieht. Weil auch die Sonne selten richtig durchkommt, fühlen sich hier 18 Grad wie 8 Grad an.
Das ist neben der Armut eine weitere, leider nicht so schöne Seite Indiens.
Morgen Abend geht es endlich weiter. Dann fahre ich mit dem Nachtzug in einem Schlafabteil nach Bodhgaya, dem Erleuchtungsort Buddhas. Dort sollen die Temperaturen auch etwas höher und die Luftverschmutzung etwas geringer sein. Ich freue mich schon!
Diese Inderin ist mir heute auf dem Weg zu meinem Lieblingscafé „Good Vibes“ begegnet.
Außer dem Taj Mahal und dem Roten Fort gibt es in Agra keine weiteren touristischen Attraktionen zu erkunden. Da ich noch zwei weitere Tage hier verbringe, bin ich heute einfach nur durch die Straßen und Gassen der Stadt gelaufen, um das Leben der Menschen jenseits des „Touristen Zirkus“ einzufangen
Neben den imposanten Bauwerken der Mogulen des 17. Jahrhunderts, einigen noblen Hotelkomplexen und der vordergründig aufgemotzten Touristenmeile beim Taj Mahal, leben die Menschen hier immer noch sehr einfach und teils in bitterer Armut. Das Abwasser fließt hier noch in offenen Kanälen direkt neben den Häusern vorbei. Die Häuser gleichen teils Ruinen und es liegt Bauschutt wie nach einem kleinen Erdbeben herum. Kein Wunder eigentlich, dass die ganzen TukTuk Fahrer, Café- und Restaurantbesitzer hier in äußerst aufdringlicher Weise um jeden einzelnen Kunden feilschen, sich sogar darum schlagen und versuchen die Touristen über den Tisch zu ziehen.
Dennoch wirken zumindest die Kinder hier total happy, ungezwungen und frei; laufen wild in den Gassen herum und haben keinerlei Berührungsängste. – Erinnert mich irgendwie an meine eigene Kindheit.
Mittlerweile ist es mein 5. Aufenthalt in Indien und man möchte meinen, dass ich mit den Verhältnissen hier inzwischen vertraut sein müsste. Weit gefehlt. Der Kulturschock hat mich dieses Mal besonders hart getroffen. Die ersten 10 Tage habe ich mich regelrecht im KIBI versteckt und als ich am letzten Kurstag mit Übelkeit und Durchfall krank im Bett lag, habe ich tatsächlich immer wieder kurz darüber nachgedacht abzubrechen und nach Hause zu fliegen.
Jetzt bin ich auch mental in Indien angekommen und sitze wieder fest im Sattel.
Heute habe ich das Rote Fort von Agra besucht.
Das Rote Fort in der nordindischen Stadt Agra ist eine Festungs– und Palastanlage aus der Epoche der Mogulkaiser und diente im 16. und 17. Jahrhundert mit Unterbrechungen als Residenz der Moguln. Das Rote Fort wurde 1983 in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen. Ein Teil des Geländes wird heute militärisch genutzt und ist der Öffentlichkeit nicht zugänglich.Suchbild: Wo ist das Taj Mahal?
Die gesamte Fort-Anlage hat einen halbmondförmigen Grundriss und ist von einer bis zu 21 Meter hohen Mauer umgeben, deren Umfang 2,4 Kilometer beträgt. Die Mauer besteht in ihrem Kern, wie die Mehrzahl der umschlossenen Gebäude, aus Ziegelstein und ist mit roten Sandsteinplatten verkleidet. Von diesen roten Sandsteinplatten rührt auch der Name des Forts. Nur zwei Haupttore, das Delhi-Tor und das Lahore-Tor, gewähren Einlass in das riesige Gelände. Im Innern befinden sich repräsentative Palastbauten aus der Zeit Shah Jahans sowie Moscheen und Gärten. Der Baustil vereint in harmonischer Weise Elemente islamischer und hinduistischer Baukunst. Die von Shah Jahan im 17. Jh. erbauten Palastbauten im Inneren des Forts sind ganz mit weißem Marmor verkleidet und mit Stein- oder Glasintarsien geschmückt. Die kleinen Wandnischen erinnern an persische Vorbilder.