Colca Canyon und Santa Catalina

Von den dicken Mauern des Klosters Santa Catalina, das wir vor wenigen Tagen bei der Stadtführung passiert haben, noch immer beeindruckt, wollte ich heute wissen, was sich dahinter verbirgt. 

Für einen stolzen Eintrittspreis von umgerechnet 10 Euro, dafür vergleichsweise nur wenig Besucher, befand ich mich, nachdem ich das Ticket gelöst hatte, plötzlich in einer riesigen „Stadt in der Stadt“, einem Nonnenkloster, das 1579, weniger als 40 Jahre nach Ankunft der Spanier, gegründet wurde und jetzt einen authentischen Einblick in das Klosterleben von damals gibt. Die Frauen kamen aus unterschiedlichen sozialen Schichten, um als Klausurnonnen zu dienen.

Der Besuchsbereich mit Trenngitter ähnelt dem eines Gefängnisses. Ein direkter Kontakt sollte verhindert werden.
Empfangszimmer für hochrangige Besucher, mit Blick auf ein geschnitztes „Letztes Abendmahl“ auf der gegenüberliegenden Raumseite
Es gibt viele große Höfe…
… und Gassen, die alle einen Namen haben.
Anstatt kleinen Klosterzellen, hatte jede der 450 hier lebenden Nonnen ein kleines „Apartment“. Jedes hatte einen Schlafplatz, eine Küche, einen Essplatz und einen kleinen Innenhof. Keines glich dem anderen und hatte eine einfache bis gehobene Ausstattung. Gezahlt wurde das alles von der Mitgift der Angehörigen.
Waschplatz
Große Küche mit Brunnen, wo auch gebacken wurde.
Bad; es konnten zwei Nonnen mit Badekleidung und einem Vorhang in der Mitte gleichzeitig baden.
Klosterkirche
Beichtstühle, die von der Straße aus zugänglich waren; auf der Innenseite befindet sich die Kirche.
Beichte to Go 🤣
In einem Apartment mit gehobenem Interieur, habe ich dann doch noch eine Toilette entdeckt…

Die Klosterstadt gleicht ein bisschen einem Labyrinth. Wenn man sich allerdings beim Laufen durch die Gassen immer links hält, kommt man am Ende ohne Gegenverkehr wieder raus. Kommt man zuvor irgendwo in den Gegenverkehr, hat man irgendeine Ecke oder Treppe übersehen… Voll witzig! 😅

Im 16. Jahrhundert konnte man es hier bestimmt aushalten…

Gestern war ich im Colca Canyon, der auch sehr beeindruckend war. Weil der Colca Canyon und das Entdecken des  Andencondors DAS Ausflugshighlight von Arequipa ist, strömen hier natürlich busseweise die Touristen her, was dem Ganzen dann irgendwie das Besondere nimmt. Zum Glück habe ich nur einen Tagesausflug ohne Hiking und Übernachtung gemacht.

Das Colca Valley
Terrassen aus der Inkazeit
An den Busstops findet man Frauen und Kinder in traditioneller Kleidung, die sich durch Verkauf, Tanzen oder Fotografieren mit einem Lama ein paar Soles verdienen
Kirche in Chivay im Colca Tal
Saft aus der Kaktusfrucht „Sanky“; schmeckt ein bisschen wie Kiwi.
… und ist sehr gesund.
Es gibt hier sehr viele mannsgroße Kakteen
Auf dem halbstündigen Wanderweg zum Hauptaussichtspunkt
Blick hinunter in den Canyon
Im Colca Canyon ist auch der Andencondor zuhause, der schwerste Greifvogel der Erde. (Bild aus dem Internet, da er zu schnell ist, um ihn selber fotografieren zu können.)
Hauptaussichtspunkt, um einen Blick auf den Andencondor zu erhaschen.
Lamas und Alpakas auf dem Weg zurück nach Arequipa
auf 4900 m Höhe

Nach fast einer Woche in der schönen Andenstadt Arequipa, auch weiße Stadt genannt, wegen ihres Baumaterials vulkanischen Ursprungs, steige ich morgen wieder in den Bus und fahre weiter nach Puno. 🚌

Kommentar verfassen