Was für eine Freude, als ich meinen Namen, nach Ende des Kurses, wieder auf dem Bettenplan entdeckt habe.
Weil es zwei Tage hintereinander superheiß war und mein Zelt gut abgetrocknet ist, habe ich sofort alles abgebaut und in einer Zimmerecke verstaut.
Ich bin jetzt in einem provisorischen Schlafraum mit ca. 15 Betten untergebracht, von denen in der ersten Nacht nur die Hälfte belegt war.
Kurz nach Mitternacht bin ich vom Rattern eines Reisetrolleys geweckt worden, habe dann aber festgestellt, dass das Geräusch des Reisetrolleys von meinem mir gegenüberliegenden Bettnachbarn kam und bitter bereut, dass ich nicht mehr in mein Zelt zurück konnte.
Nicht einmal meine Oropax, die mir die letzten zwei Monate wertvollste Dienste erwiesen haben, konnten dieses Geschnarche soweit eindämmen, dass ich irgendwie weiterschlafen konnte.
Langsam, aber sicher, spürte ich, wie in mir unvermeidlicher Zorn und Unverständnis darüber aufstieg, dass sich ein solcher Schnarcher in einen Mehrbettschlafraum einquartieren lassen konnte.

Als erstes (unwirksames) Mittel der Wahl, um MEIN Störgefühl zu bekämpfen, habe ich dem Schnarcher irgendwann mit meiner Handytaschenlampe kurz ins Gesicht geblendet, nachdem ein weiterer Bettnachbar bereits seine Sachen gepackt und das Zimmer mitsamt seinem Schlafsack verlassen hatte.
Weil der Erfolg nur von kurzer Dauer war und ein Dauerblinken keine Lösung, blieb mir zunächst nur Resignation und ein kaum ertragbares Verweilen in meinem Störgefühl, das sich nicht nach spätestens 10 Minuten wieder aufgelöst hat, wie die Belehrungen sagen, wenn man die reine Sicht hat und es nicht weiter „füttert“.
Mit jedem Schnarcher wurde meine Wut noch größer und ich habe mich irgendwann gefragt, was das Ganze hier jetzt eigentlich soll und die Antwort kam prompt.
Als Buddhist ist ALLES der Segen des Lama und wenn man es nicht gleich erkennt, ist es meist eine „Reinigung“ oder es gibt irgendetwas dabei zu lernen.
Erst, als ich mich nach fast zwei Stunden wieder an die reine Sichtweise erinnern konnte, nämlich, dass Geräusche Mantras und Gedanken Weisheit sind, bloß weil sie geschehen können und bei jedem Schnarcher OM und HUNG hören konnte, bin ich friedlich und entspannt wieder eingeschlafen und die Geräuschkulisse ist komplett verstummt.😴
Als es anfing zu dämmern, kamen dann die Fliegen, aber dass ist jetzt eine andere Geschichte… 🪰
Ansonsten geht der Abbau zügig voran und die in wochenlanger Aufbauarbeit errichtete Zeltstadt hat sich nach drei Tagen, Dank zahlreicher Helfer und perfekter Koordinaion, schon fast wieder aufgelöst.
Bilder der letzten Tage:




Morgen hole ich mein Auto vom P3 in Immenstadt ab. 🚗
Am Freitag fahre ich dann nach zwei ereignisreichen Monaten, mit neuen Erfahrungen, wunderbaren Erlebnissen und Begegnungen, aufgefüllt mit tollen Eindrücken, wieder nach Hause. 😊
wow, toll, dass du es auflösen konntest. Das sind auch häufig meine Themen: Lärm und Rücksichtslosigkeit durch andere. Großes Entwicklungsfeld 🤪😬 Ich hatte mal einen Kollegen, der kommentierte dieses Verhalten: „Muss ein verwöhntes Einzelkind sein“ 😃
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Toll, wenn man die Dinge tatsächlich so entspannt sehen kann. 👍
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