Erste Eindrücke

Nach einer 14-stündigen, aber kurzweiligen Nacht im Sleeperabteil, wo ich sogar ein paar Stunden schlafen konnte, bin ich in Gaya angekommen. Erwartungsgemäß hat sich am Ausgang des Bahnhofs gleich eine Meute TukTuk-Fahrer mit ihrem berühmten „Ma’am, where you want to go?“ und „You need a TukTuk?“ auf mich gestürzt, um mich schließlich nach einer kurzen Verhandlung nach Bodhgaya zu fahren.

Dort habe ich mich zunächst in ein 4-Sterne Hotel begeben, das ich gestern versehentlich unter einer falschen Preisvorstellung bzw. einem Kommafehler bei der Währungsumrechnung über Booking.com gebucht habe. Es hieß, bei Stornierung sei der volle Preis fällig. In diesem Fall 160 Euro für 4 Nächte. Bereits 10 Minuten nach der Buchung habe ich den Fehler erschrocken bemerkt und gleich per Email versucht den Sachverhalt zu erklären und die Buchung rückgängig zu machen. Ich erhielt aber keine Antwort darauf. Da ich bei der Buchung keine Kreditkartendaten angeben musste, hätte ich die Sache vielleicht auch einfach auf sich beruhen lassen können. Weil aber durch Booking.com eine gewisse Verbindung besteht, habe ich beschlossen die Sache direkt vor Ort zu klären. Das Ganze lief schließlich völlig problemlos ab und ich mußte nichts zahlen. Vielleicht wollten sie mich in meinem Backpackeraufzug auch einfach nur schnell wieder loswerden.

So bin ich jetzt spontan für 7,70 Euro pro Nacht im Guest House des Karma Temple untergekommen. Eine Empfehlung einer Zimmerkollegin aus Delhi.

Als ich nach dem Check-in vor dem Tempeltor stand und mich mit Hilfe von GoogleMaps auf den Weg zum Mahabodi Tempel, der Erleuchtungsstelle Buddhas machen wollte, fragte mich ein zum Tempel gehörender, gerade auf seinem Moped sitzender Mönch wo ich hin wolle. Als ich ihm die Antwort gab, meinte er, er würde mich hinbringen und schwupps, saß ich barfuß in meinen FlipFlops (ja, es ist warm hier!) und ohne Helm auch schon auf seinem Moped. Im Vertrauen auf seine Fahrkünste und mein gutes Karma, fuhren wir schlangenlinie durch den indischen Straßenverkehr Richtung Mahabodi Tempel.

Nach der Ankunft, kurz nachdem ich abgestiegen war, sprach mich ein anderer indischer Mopedfahrer an und fragte mich, ob ich Lama Ole kennen würde. Das konnte ich jetzt fast nicht glauben, aber er sagte, dass er auch in Delhi im KIBI war, als Karmapas Assisstent, mich dort schon gesehen hätte und mit Lama Ole seit 15 Jahren befreundet sei. Sein Name war Santos und er lebt hier in Bodhgaya. Wir unterhielten uns ein wenig und weil ich hungrig war, gab er mir noch eine gute Restaurant Empfehlung und begleitete mich dorthin.

Nach einer Weile gab ich ihm zu verstehen, dass er nicht auf mich warten müsse und als er gerade aufbrechen wollte, kam Roxana, eine Polin herein, die ebenfalls im KIBI war und wir uns bisher auch nur vom sehen bekannt waren. Bodhgaya ist jetzt übrigens kein kleines Dorf und es sind hier zig Tausend buddhistische Pilger unterwegs…

Nachdem ich mich auch mit ihr ausgetauscht hatte und sie völlig übermüdet auch zu mir in den Karma Tempel zog, begab ich mich endlich zum Mahabodhi Tempel, dem Kraftort schlechthin, bin dort ein paar große und kleine Runden gelaufen und habe viele gute Wünsche zum Besten aller Wesen gemacht. Leider sind dort Handys und fotografieren verboten.

Ansonsten werde ich heute früh ins Bett meines spartanisch ausgestatteten Zimmers gehen und den versäumten Schlaf der letzten Nacht nachholen.

5 Kommentare

  1. Avatar von Silke Silke sagt:

    Sehr geil 😂🤣😂💝…Die Reise hat sich jetzt schon voll gelohnt. Mega Story. Schreib alles auf und dann entwirfst du im Anschluss deinen Roman.

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  2. Avatar von Manuela Manuela sagt:

    Hallo, wie aufregend! Toll, dass du jetzt angekommen bist. Ich wünsche dir inspirierende Tage! 🙌

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    1. Dankeschön 🥰

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  3. Avatar von Petra Petra sagt:

    Wie wunderbar sich das alles fügt – Vertrauen in den Raum arbeitet ;-))
    weiter viel Inspiration und schöne Begegnungen !!

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    1. Ja, vielen Dank! 🥰 Dieser Satz beschäftigt mich tatsächlich immer wieder von Neuem… 🤔

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